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vor 1200 v. Chr. Kelten siedeln in den Gewannen "Neuhölzle", "Horen", "Breitenhardt" und "Eichwald". Hügelgräber erinnern noch heute an die Keltenzeit.
Zwischen 250 und 450 n. Chr. Berittene alemannische Krieger werden seßhaft und gründen eine Siedlung, die sie wohl nach ihrem Anführer benannten. Bei Erschließungsarbeiten im Gewann "Teichwiesen" wurde im Jahre 1996 ein größerer Alemannenfriedhof entdeckt. Daß "Villingen" eine alemannische Ursiedlung ist, wurde damit unterstrichen.
793 Der alemannische Graf Berthold überträgt die Neckarburg und damit vermutlich auch die Dorfsiedlung als Lehen an das Kloster St. Gallen. Unter verschiedenen Adelsgeschlechtern bleibt das Dorf bis um das Jahr 1353 in Abhängigkeit der Herrschaft Neckarburg.
1139 Erste urkundliche Erwähnung des Dorfnamens "Villingen" in einer Besitz-bestätigung des Klosters Gengenbach. Bis um das Jahr 1478 bzw. 1536 gehören das Vogtrecht und große Teile des Dorfes zur gengenbachi-schen Grundherrschaft.
1275 Die Pfarrei, zur Diözese Konstanz gehörend, wird urkundlich erwähnt.
1276 Das Kloster Alpirsbach besitzt Rechte.
1278 Zehntrechte des Klosters St. Gallen hinsichtlich der Neckarburg und des Dorfes werden bestätigt.
1310 Das Spital in Rottweil erwirbt ein Gut.
nach 1311 Die Herrschaft Neckarburg wird durch die Rütis in zwei Hälften geteilt. Unser Dorf wird der Herrschaft Vordere Burg zugeteilt.
1324 Das Dorf wird als Dekanatssitz bezeichnet.
1353 Die Herren von Rüti verkaufen das Dorf an die Herren von Zimmern.
1360 Wernher d.Ä. von Zimmern verkauft den Pfarrhof und damit die Pfarrei an den Johanniterorden in Rottweil.
1373 Graf Rudolf III. von Hohenberg verkauft die Neckarburg an Herzog Leo-pold von Österreich. Dieser belehnt Graf Rudolf von Sulz mit der Herr-schaft.
1398 Das Kloster Rottenmünster in Rottweil erwirb ein Gut.
1456 Die Grafen von Sulz verzichten endgültig auf das Dorf.
1513 Johannes von Zimmern verkauft das Dorf an die Freie Reichsstadt Rott-weil.
1536 Die gengenbachischen Güter gehen an das Spital in Rottweil über.
1549 Ein Pfarrhaus wird nach einem Brand neu erstellt.
1611 Eine Pestepidemie rafft ca. ein Viertel bis ein Drittel der Dorfbevölkerung hinweg.
1618/1648 Im Dreißigjährigen Krieg, vor allem ab 1632, sterben ca. 60 % aller Ein-wohner.
1660 Der Magistrat der Stadt Rottweil gestattet dem Dorf die Scheitholzflößerei auf dem Neckar zu der Salzfaktorei Sulz.
1672 Die Oswaldkapelle erscheint erbaut zu sein.
1675 Das Dorf besteht aus 9 Bauernhäusern und 8 Taglöhnerhäusern. Durch die sogenannten Franzosenkriege verarmt die Bevölkerung.
1695 Der hiesige Bauer Peter Bader zieht auf den Hochwald und erstellt dort einen Hof.
1698 Das Zunftrecht der Stadt Rottweil gestattet dem Dorf nur einen Schneider und engt somit ein Wachsen des Dorfes ein.
1715 Nach einem Rechtsstreit mit der Stadt Rottweil versorgt der Ortsgeistliche seelsorglich den Hochwaldhof und ab 1796 den neu entstandenen Weiler Hochwald.
ab ca. 1724 Verstärkt tritt der Dorfname "Villingendorf" auf, bis ca. 1880 erscheint aber oft auch nur "Villingen". In der Oberamtsbeschreibung aus dem Jah-re 1875 lautet die amtliche Schreibweise "Villingen".
ab ca. 1741 Die hiesigen Pfarrherren versorgen seelsorglich die Neckarburgkapelle.
1770 Wegen Mißernten und Armut erfolgen Auswanderungen nach Ungarn.
1780 Die Gemeinde unterhält einen Schulmeister.
1786 Die Kirche wird erweitert bzw. neu erbaut.
1800 - 1900
1802 Die Gemeinde wird selbständig und kommt zu Württemberg.
1806 Die Pfarrei wird selbständig.
1808/09 Neubau des Pfarr- und Schulhauses (heutiges altes Pfarrhaus).
1810 Nach Auflösung des Johanniterordens in Rottweil gelangen wertvolle Kunstschätze in die Pfarrkirche.
1812 Im Dorf leben 450 Einwohner.
1821 Das Bistum Konstanz wird aufgelöst, die Pfarrei kommt zur neu gebildeten Diözese Rottenburg.
1829/30 Der Neckar wird von der Glattmündung bis Rottweil floßbar gemacht. Maßgeblich beteiligt ist der hiesige Kreuzwirt Ignaz Flaig.
1833 Neubau des Schul- und Rathauses (heutiges Rathaus).
1838 Der neue (jetzige) Friedhof wird errichtet (allerdings wesentlich kleiner als heute sichtbar).
ab 1840 Die große Auswanderungswelle nach Amerika beginnt.
1841 Ein Gemeindebackhaus wird erstellt.
1846/50 Jahre der Hungersnot und Teuerung.
1848 An der März-Revolution sind hiesige Bürger beteiligt. Bau der Straße nach Talhausen (heutige B 14).
1850 Im Dorf leben 750 Einwohner.
1851 Zehntablösung führt zu Zahlungsschwierigkeiten der Bürger.
1865/68 Eisenbahnbau durch das Neckartal.
1869 Große Brandkatastrophe im Dorf. Mitten im Dorf brannten 7 Anwesen ab, darunter die Wirtschaft "Krone".
1870 Die alten Maße werden durch das metrische System abgelöst.
1874 Erster Pferdegöppel und erste Dreschmaschine im Ökonomiegebäude des Gasthauses "Kreuz".
1875 Im Dorf leben 695 Einwohner.
1876 Bau der Straße nach Hochwald.
1879 Beginn der Verdienstmöglichkeit in der Pulverfabrik in Rottweil.
1882/83 Neubau der Pfarrkirche.
1886 Gründung der Feuerwehr.
1892 Die Flößerei auf dem oberen Neckar wird eingestellt.
1895 Erstes elektrisches Licht. Der Strom wird durch eine Dampfmaschine erzeugt.
1897 Der Katholische Arbeiterverein wird gegründet (heute KAB).
1899 Erstes öffentliches Telefon.
1900 Im Dorf leben 755 Einwohner. Erweiterung des Schulraumes im heutigen Rathaus.
1900 - 1945
1904 Gründung einer Schwesternstation und Bau eines Kindergartens.
1907 Gründung der Turngemeinde.
1911 Neubau eines Lehrerwohnhauses.
1913 Gründung des Gesangvereins Edelweiß.
1914 - 1918 Erster Weltkrieg. (32 Tote, 34 Verwundete.)
1918/19 Die Stromversorgung übernimmt die Firma Schönborn in Talhausen.
1921 Im Dorf leben 896 Personen.
1921/22 Anschluß an die Eschachwasserversorgungsgruppe und Bau einer Wasserleitung.
1927 Gründung der Musikkapelle. Das 8. Schuljahr wird eingeführt.
1928 Gründung des Fußballclubs.
1933 Im "Riedwasen" entsteht ein Sportplatz.
1934 Im Dorf leben 1005 Personen.
1937 Umbau und Erweiterung der Pfarrkirche.
1939 - 1945 Zweiter Weltkrieg. (80 Tote, 32 Vermißte.)
1941 Planung zur Erschließung des Siedlungsgeländes "Hirschäcker".
1945 Französische Besatzungszone mit der Hauptstadt Tübingen.
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